Lyrikwettbewerb 2011

Obwohl nur ein Jahr seit dem letzten Wettbewerb vergangen ist, haben wieder zahlreiche Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Vor allem die 5. und 6. Klassen waren mit Begeisterung dabei, darunter auch viele Jungen.

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Im Vorfeld hatte wieder die Fachkonferenz Deutsch für jeweils einen Doppeljahrgang das Thema und die sprachlich-formalen Anforderungen festgelegt, die die Gedichte erfüllen sollten.

Die 5. und 6. Klassen sollten diesmal zum Thema „Tiere“ 3 Strophen à 4 Verse, verbunden durch Paar- oder Kreuzreim, verfassen.
Für die 7. und 8. Klassen lautete das Thema: „Freundschaft, Liebe“. Die Sprache sollte sich durch eine gelungene Metaphorik auszeichnen.
Letzteres galt auch für die 9. und 10. Klassen, die ihre Sichtweise zum Thema „Zukunft“ in Verse oder freie Rhythmen fassen sollten.
Die Gedichte konnten in besonders gestalteter Form oder ungestaltet eingereicht werden. Die Bereiche „Text“ und „Gestaltung“ wurden getrennt bewertet.

Jede Klasse wählte anschließend die drei besten Gedichte aus, die in anonymisierter Form Jurys aus Deutschlehrkräften vorgelegt wurden, die nicht im jeweiligen Jahrgang unterrichteten. Sie ermittelten aus den eingereichten Gedichten jeweils die/den erste/n (und  zweite/n) Sieger/in. Für die Bewertung der Gestaltung waren Deutsch- und Kunstlehrkräfte zuständig.

Am 27. Juni 2011 fand im Forum der KGS eine kleine Feierstunde statt. Dort trugen die siegreichen Schülerinnen und Schüler ihre Gedichte vor und erhielten als Anerkennung für ihre dichterischen bzw. gestalterischen Leistungen Büchergutscheine, die wiederum von  Firma Schüttert gestiftet wurden. Ein herzlicher Dank dafür!

Und nun zu den Preisträger/innen:

Im Haupt- und Realschulzweig des Doppeljahrgangs 5/6 siegte Laureen Ahlers (5d) mit „Der Igel“ vor Benita Krützfeld (6b) mit „Der kleine Osterhase“. Im Gymnasialzweig tat sich die Jury schwer damit, einen ersten und zweiten Preis zu vergeben, so ebenbürtig waren die Gedichte „Eingesperrt“ von Pit Neitemeier (G 6a) und „Die Tiere unserer Erde“ von Niklas Mahn (G 6b). Daher erhielten beide Nachwuchspoeten erste Preise.

Siegerin im Realschulzweig Klasse 7/8 wurde Teijma Amaval (R 7a) mit dem Gedicht „Einsamkeit“. Im Gymnasialzweig kam Stefanie Asendorf (G 8a) mit „Für immer und dich“ auf den ersten Platz vor Natalie Gehrmann, deren Gedicht „Alles, was ich will, bist du“ die Themenbegriffe „Freundschaft“ und „Liebe“ in gelungener Weise verknüpft.

Im Gymnasialzweig der 9. und 10. Klassen siegte Imogen Wilkins (G 9a) mit dem sehr nachdenklich stimmenden Gedicht „Eine Welt“. Der Titel bleibt – so wohl der Tenor des Gedichts – eine Wunschvorstellung, solange in einem Teil der Welt Überfluss herrscht und im anderen Teil die Menschen nicht einmal ihre Grundbedürfnisse befriedigen können.

Im Bereich „Gestaltung“ vergab die Jury aufgrund der diesmal erfreulich zahlreichen Einsendungen fünf erste Plätze. Es siegten Yesia Karakas (6b) mit „Der verliebte Frosch“, Nicole Ruhl (G 6c) mit einer beeindruckend farbenfrohen und detailgenauen Illustration zum Gedicht „Der Pfau“, Johannes Baust (R 7a) mit  „Erstarrt“, Felicia Rohlfsen (G 8b) mit „Unerklimmbare Felsen“ und Stella Vespermann (G 10b), die ihr Gedicht „Seifenblasen“ plastisch umgesetzt hat, was die Jury überzeugte.

Die kleine Feierstunde wurde von zwei Schülerinnen musikalisch umrahmt: Zoe Srodka      (G 7a)  sang „A night like this“ und Seda Keskinsoy ( G 6a) spielte auf dem E-Piano aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“.

Aus den vielen gelungenen Gedichten auszuwählen, fällt schwer. „Der Igel“, „Für immer und dich“ sowie „Eine Welt“ sind bereits im diesjährigen Jahrbuch unserer Schule abgedruckt. Hier zwei der fünf anderen siegreichen Gedichte:


Die Tiere unserer Erde

Ob der Eisbär am Nordpol seine Nahrung sucht
oder das Zebra in der Wüste der Hitze flucht.
Ob die Affen im Urwald den Tiger nerven
oder die Wölfe in Alaska ihre Sinne schärfen.

Ob Vögel oder Pferde,
alle sind Tiere unserer Erde.
Ob großer Elefant oder kleine Laus,
alle sind sie hier zu Haus.

Der Hamster sammelt Nahrung ein,
nach Trüffeln sucht das wilde Schwein.
Viele Tiere bilden eine Herde,
doch alle sind Tiere unserer Erde.

Niklas Mahn, G 6b



Einsamkeit

Jedes Mal,
wenn ich den Mond sehe,
denke ich an dich,
aber auch der viel zu schöne Mond
kann mir den nächsten Tag nicht zeigen.
Seit du nicht mehr bei mir bist,
fühle ich mich wie ein Vogel,
der nicht fliegen kann.
Ich schwanke von Hass zu Liebe –
Liebe für dich und Hass
gegen den Rest der Welt –
Gruppen von Menschen,
die mich nicht verstehen.


Nur du,
du hast verstanden,
was ich gefühlt habe.
Du warst das Licht
in meinem ach so dunklen Herzen.
Du warst die Stimme,
die mir geraten hat
nach vorne zu schauen
und nicht immer zurück.
Du warst der Wind,
der meinen Flügeln geholfen hat
endlich wieder zu fliegen.
Wenn du wieder bei mir wärst,
dann würde mein Herz erstrahlen –
wie der Mond
im Schatten seiner Einsamkeit.

Teijma Amaval, R 7a

Abschließend sei noch eines der besonders schön gestalteten Gedichte angeführt:

„Der Pfau“ von Nicole Ruhl (G 6c)

Claudia Götz
Fachbereichsleiterin Deutsch